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„Wenn ich groß bin, werde ich Arbeitsloser“, sagte kürzlich der achtjährige Sohn einer Klientin am Abendbrottisch. Geschockt überlegten die Eltern, wie er zu dieser Meinung gekommen sein konnte. Haben arbeitslose Eltern von Schulkameraden mehr Zeit? Hatte er durch Fernsehsendungen den Eindruck bekommen, dass Arbeitslosigkeit schön sei? Was glücklich macht schauen sich Kinder in ihrem Umfeld ab und wir merken das oft gar nicht.

Eltern leben vor, was glücklich macht
Die Familie ist zu viert, der kleinere Bruder sechs Jahre alt. Beide Eltern arbeiten in verantwortungsvollen Positionen. Die Mutter ist als Niederlassungsleiterin einer Krankenkasse schon lange an ihrer Belastungsgrenze. Oft fällt das Mittagessen aus, weil sie so viel zu tun hat. Der Termindruck und die ständige Mehrarbeit aufgrund fehlender Mitarbeiter machen ihr zu schaffen. Vom Chef gibt es keine Unterstützung, die Kollegen sind selbst überlastet.

Doch trotz dieses straffen Arbeitsalltages hat sie ein festes Ritual: Sie ist zum Abendessen zu Hause und alle essen gemeinsam. Doch nach einer Analyse stellt die Klientin fest, dass die gute Absicht ihre Wirkung verfehlt, weil:

  • Sie in Gedanken bei der Arbeit ist,
  • sie gar nicht richtig zuhört,
  • sie so erschöpft ist, dass sie die Kinder oft nerven.

Spürte das ihr Großer und denkt, dass arbeitslose Eltern öfter da sind, sich mehr Zeit für die Kinder nehmen und besser „drauf sind“?

Nein, so war es nicht. Sein Eindruck war: „Arbeit ist schrecklich“. Immer, wenn die Mutter beim Abendessen von ihrem Tag berichtete, klagte sie über den Chef, die anstrengenden Kunden, die Belastung, wie alle sie nerven und das nichts so ist, wie es sein sollte.

Sie vergaß dabei völlig, dass sie ihren Traumjob, ein tolles Team und ein gutes Gehalt hat und dass sie sich für diese Karriere ganz gezielt entschieden hatte. Die Relation war völlig aus dem Gleichgewicht gekommen.

Die Haltung beeinflusst die Wahrnehmung
Wir leben in einer Welt voller Möglichkeiten, wir können lernen und erreichen, was wir wollen. Der Preis dafür ist, dass wir verlernen, zufrieden zu sein, zu schätzen, was wir haben und sind. Dies ist die psychologische Seite eines Phänomens, das wir Problemfokus nennen.

Unser Gehirn sucht bevorzugt nach dem, was nicht stimmt und wiederholt dies nicht nur, sondern macht es in Gedanken noch größer und gefährlicher, als es in der Realität ist. Die biochemische Seite davon ist, dass der Glücks- und Belohnungsbotenstoff Dopamin vom Gehirn immer weniger ausgeschüttet wird, wenn wir uns an etwas gewöhnen. Wir sehen dann den Lieblingsarbeitsplatz nicht mehr, finden das große Auto ganz normal und das Gehalt, von dem wir einige Jahre früher nicht einmal geträumt hätten, auch.

Eine andere Falle sind die eigenen zu hohen Ansprüche an sich und andere. Sie führen dazu, zusätzlich zur Arbeitslast ewig unzufrieden mit sich zu sein, z.B. schlanker, sportlicher, verständnisvoller und kreativer sein zu wollen. Der permanente Druck, nicht gut genug zu sein, raubt wertvolle Energie und die Freude am Leben.

So ist es oft auch gar nicht der Chef, der Ärger auslöst, sondern die eigene Unzufriedenheit wird auf ihn übertragen. Dadurch machen Probleme bei der Arbeit umso mehr zu schaffen. Diesen Frust nehmen wir dann ungefiltert mit nach Hause und wir schaffen Abwärtsspiralen, die sich gegenseitig beschleunigen. So können Sie negativen Stress bei der Arbeit vermeiden:

Was glücklich macht ist positives Denken

1. Machen Sie eine Bestandsaufnahme des Erreichten, der Erfolge, um sich die großen und kleinen gelingenden Dinge klar zu machen und den eigenen Selbstwert zu stärken.

2. Schulen Sie Ihre Wahrnehmung, wann Sie sich in selbst gemachten Frust stürzen.

3. Trainieren Sie Dankbarkeit z.B. mit einem Dankbarkeitstagebuch, in das Sie jeden Tag drei Dinge eintragen, für die Sie dankbar sind, und einen Kommentar, warum das so ist. Diese wissenschaftlich untersuchte Technik wird Ihr Wohlbefinden nach wenigen Wochen steigern.

4. Trainieren Sie, Ihre Führungsaufgabe stärkenbasiert auszuüben. Ermitteln Sie Ihre eigenen Stärken und die der Mitarbeiter und Auszubildenden. Eine Möglichkeit dazu gibt es hier: www.charakterstaerken.org Setzen Sie diese gezielt ein, um Situationen zu entschärfen, Kreativität zu fördern oder für eine gute Atmosphäre zu sorgen. Loben Sie Erreichtes. Starten Sie Teambesprechungen mit guten Beispielen. Schreiben Sie in jede E-Mail etwas Positives.

Die Änderung des Fokus in vielen kleinen Details führt zu einer neuen Wahrnehmung und diese zu einem besseren Befinden. Dann können Sie automatisch anders über Ihren Arbeitstag sprechen.

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