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„Arbeitszeit ist Lebenszeit“ ist schnell gesagt und schnell vergessen. Gibt man im Word-Thesaurus das Wort „Arbeit“ ein erscheinen als erste Synonyme die Worte „Plage“ und „Schwierigkeit“. Das ist im Grunde nicht überraschend, kennen wir doch die Trennung von Arbeit als Notwendigkeit und Spiel als Freiheit. Arbeit ist der Wortstamm in Begriffen wie Hausarbeit, Beziehungsarbeit, Vereinsarbeit – und hat immer einen negativen Beigeschmack. Achten Sie doch einmal bewusst darauf. Die Folgen sind ernüchternd und nachhaltig: In keinem anderen Land der Welt wird Arbeit als so belastend empfunden wie in Deutschland. Sie, „die Arbeit“, gewinnt jede Stressumfrage.

Unglücklich im Job sein ist gelernt
Eine gesellschaftlich geförderte Haltung der Selbstüberforderung in Arbeit und Privatleben, die widerspruchslos akzeptierten Maßstäbe einer Hochleistungsgesellschaft und die Duldung eines fremdbestimmten Stresslebens runden unsere Haltung gegenüber der Arbeit ab: Last und Frust statt Lust und Genuss.

Schon als Kinder haben wir gelernt, dass Arbeit mit Mühe verbunden ist – und nicht mit Spaß. Ob in der Schule, im Studium oder im Job: stets scheint Erfolg mit Leiden verbunden. Stress ist Teil unserer „Anstrengungskultur“ geworden. Und weil wir uns so abrackern müssen, ist uns die Leichtigkeit und Lebensfreude beim Arbeiten gründlich abhandengekommen. Und das kostet. Geld, Karriere, Gesundheit. Denn wir arbeiten genauso gut oder schlecht, wie wir uns fühlen.

Selbstverständlich tragen wir nicht allein die Schuld an diesem Dilemma: Dynamisierung und Digitalisierung haben ihren Beitrag zu unserer Misere geleistet. Sie haben unsere Arbeitsbedingungen verändert, neue Herausforderungen an uns gestellt. Die Welt scheint sich immer schneller zu drehen – und wir mit ihr. Eines steht fest: Jammern hilft nicht. In meiner Umfrage mit focus online konnte ich als Hauptstressor ermitteln, dass wir uns zu viele Gedanken machen. Wir grübeln über gestern und morgen, machen uns Sorgen und hängen in negativen Denkschleifen fest. Wir scheinen uns eine Parallelwelt in unserem Kopf zu erschaffen, die sich bislang an Problemen und Schwierigkeiten orientierte. Doch damit ist jetzt Schluss.

Unglücklich im Job sein lohnt sich nicht
Höchste Zeit zum Umdenken. Erlauben wir uns eine neue Haltung. Die Positive Psychologie, eine noch junge Forschungsrichtung der Psychologie, hilft uns dabei. Sie nimmt die Dinge in den Blick, die Menschen glücklich und unser Leben lebenswert machen.

Der erste Schritt zu mehr Arbeitslust statt Arbeitslast liegt demnach in der Erkenntnis, dass wir unsere Haltung verändern müssen. Arbeit hindert uns nicht am Leben, sie ist ein (auch zeitlich gesehen) wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Wir müssen in unserem Tun wieder Freude, Genuss und Erfüllung finden und sollten unsere Arbeit nicht länger von unserem Leben abgrenzen.

Mitarbeiter, die sich wohlfühlen, sind produktiver und leistungsfähiger als solche, die sich nicht wohlfühlen. Nach aktuellen Studien selbst dann, wenn sie an der eigentlichen Tätigkeit gar keinen großen Spaß haben. Mitarbeiter, die sich wohlfühlen, sind aber auch die beste Werbung für ein Unternehmen. Es liegt also im Interesse beider Seiten, dass es den Menschen im Unternehmen gut geht.

Die 8 besten Tipps gegen Unzufriedenheit im Job

Die folgenden Tipps können den Blick neu ausrichten und dabei helfen, dass es uns künftig auch bei der Arbeit gut geht:

1. Sehen Sie, was für einen guten Job Sie haben.
Unser Gehirn passt sich an, der gleiche Kuchen schmeckt beim zehnten Mal lange nicht mehr so gut wie beim ersten. Wir übersehen deshalb auch bei der Arbeit gern, wie viel Gutes und Wertvolles wir haben, weil es ganz selbstverständlich geworden ist.

2. Konzentrieren Sie sich.
Menschen, die bei dem, was sie tun, mit den Gedanken abwesend sind, sind häufig unglücklich und unzufrieden. Dabei ist das Abschweifen die Ursache der Unzufriedenheit und wir sind etwa die Hälfte der Zeit geistig abwesend und zwar egal, ob etwas Angenehmes oder Unangenehmes getan wird. Es scheint fast ein Prinzip zu sein, gedanklich nicht gegenwärtig zu sein. Und genau das macht unzufrieden. Die gedankliche Präsenz beim Tun ist wichtiger als das, was wir tun.

3. Schätzen Sie, was Sie leisten.
Wir sind in einer Welt angekommen, in der keiner mehr allen Aufgaben gerecht werden kann. Und zwar nicht, weil wir uns nicht genug anstrengen oder zu schlecht organisiert sind, sondern weil es zu viele Aufgaben sind. Immer und überall. Wir halten kaum inne um wertzuschätzen, was wir geschafft haben, um zu sehen, was wir leisten.

4. Bleiben Sie bei den Tatsachen.
Was ist wirklich geschehen? Was ist Ihre Interpretation? Ihr Kunde hat sich für ein anderes Angebot entschieden. Dass Sie teurer waren als die anderen, ist eine Tatsache. Dass er Sie nicht leiden kann, eine Spekulation – die Sie nur unglücklich macht.

5. Prüfen Sie Ihre Motivation.
„Genussarbeiter“ sind nur halb so häufig ausgebrannt wie „Broterwerbsarbeiter“. Der Schalter liegt in Ihrem Kopf; ihn gilt es zu finden. Was mögen Sie an Ihrer Arbeit? Was für Nutzen bringen Sie persönlich?

6. Nutzen Sie die wissenschaftlich nachgewiesene Genussformel von 3 : 1
Auf einmal Ärgern darf und muss zum Ausgleich sozusagen dreimal Freuen kommen, denn der Ärger wiegt leider schwerer als die Freude. Aber unser Leben ist voll von schönen Dingen, wir schätzen sie nur nicht. Es lohnt sich also, das Augenmerk auf die positiven Seiten zu lenken.

7. Vermeiden oder verkürzen Sie negative Interaktionen.
Halten Sie sich raus aus Klatsch und negativen Spekulationen, reduzieren Sie den Konsum von negativen Informationen.

8. Lernen Sie von resilienten Menschen.
Sie befassen sich mit Problemen, wenn sie da sind, nicht früher und nicht später. Wenn das Problem da ist und mit ihm Angst oder Ärger, dann können Sie mit guten Gefühlen bewusst z. B. Ihren Herzschlag beruhigen und sich dadurch schneller erholen.

Warten Sie nicht länger auf eine gute Gelegenheit. Sondern starten Sie sofort mit dem guten Umgang mit sich.

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